Prix Annelie de Man 2012
First International Competition for composers and harpsichordists

"in the beginning was the end"

by Hope Lee

1989

Dedicated To

Vivienne Spiteri, Joseph Macerollo

Execution Time

13'

Edition Type

Publishing House

Harpsichord Type

Double manual harpsichord

Harpsichord Range

FF-f''''

Electronic Equipment

Not used

Instrument Combination

1 Instrument or Voice and Harpsichord

Instrumentation

Harpsichord, Accordion

Number Of Players

2

Short Description

Am Anfang war das Ende

und Gott sah Anfang und Ende mit Wohlgefallen

Und er befahl dem Anfang und dem Ende sich zu trennen

Und sie sprachen Nein

Das missfiel dem Herrn und er wurde sehr ärgerlich

Und sagte Warum nicht?

Und der Anfang und das Ende sagten Wir können nicht

Und Gott sagte Was wollt ihr dann tun?

Anfang und Ende antworteten Sieh nur hin auf uns.

 

Neben dieser Passage aus Genesis 2  (aus dem 1987 veröffentlichten Buch „Afterworlds“ der bedeutenden kanadischen Autorin Gwendolyn MacEwens, *1941-†1987) die dem Stück quasi als Leitgedanke zugrunde liegt, flossen Elemente der chinesischen Musik und Literatur in den Entstehungsprozess von „in the beginning was the end“ ein - darunter auch eine weitere konkrete literarische Vorlage:„Klarheit und Licht ist das Bild des Himmels; Ausmaß und Umfang ist das Bild der Erde. Bewegung in der Zeit ist das Bild der wechselnden Jahreszeiten… Alles gemeinsam, die kurzen und die langen Rohre ergänzen sich zur Vollständigkeit und in jedem sind

Anfänge und Endpunkte angelegt. Melodie und Harmonie, hohe und

tiefe Töne wechseln einander ab, weben den Faden…“

( „Yüeh chi“, Buch der Musik, aus dem 1. Jh. v .Chr.)

 

Die Kombination von Akkordeon und Cembalo assoziierte die Komponistin mit einer altchinesischen Seidenmalerei, auf der Musiker mit der Mundorgel Sheng und der Wölbbrettzither Ch’in abgebildet sind. Für diese traditionellen chinesischen Instrumente hatte Hope Lee das erste Stück eines elfteiligen Zyklus komponiert der sich „auf musikalische, historische, poetische und literarische Elemente aus elf chinesischen Dynastien über einen Zeitraum von 5000 Jahren bezieht.

Die Verbindung von Aerophon (Sheng bzw. Akkordeon) und Chordophon (Ch’in bzw. Cembalo) verfolgt sie in „in the beginning was the end“ weiter.[1]

 

Dem Titel gemäß beginnt das Stück mit sehr ruhigen, lang gedehnten und danach wieder ersterbenden Einzeltönen „aus dem Nichts“ im Akkordeon und Flageolettklängen im Cembalo. Daraus entwickeln sich (in verschieden langen Solo- wie in Duopassagen) melodisch wie  rhythmisch komplexe Strukturen, die in denen immer wieder auf das gleiche Tonmaterial zurückgegriffen wird. Die Übergänge zwischen einzelnen Teilen der Komposition (soweit man diese als Teile bezeichnen kann) erfolgen stets unmerklich. Das letzte Drittel des Stücks mündet  in aufwühlende Clusterpassagen um schließlich wieder zum Anfangsmotiv und zur Atmosphäre des Beginns zurückzukehren.

 

 

 



[1] Herbert Schranz: „in the beginning was the end“, in: „Neustart.Tage der offenen Türen in Ossiach“. Gesamtprogrammheft zur Eröffnung des IZZM; 3./4.Juni 2010

Performances
Year Performers Event Promoter Location Country
* Performed for the first time
2010
  • Sonja Leipold (harpsichord)
  • Christoph Hofer (accordion)
Opening Concert of the IZZM (International Center of Contemporary Music), 3.6.2010 Stift Ossiach, Barocksaal Unknown
2011
  • Sonja Leipold (harpsichord)
  • Christoph Hofer (accordion)
"Flight Beyond The Time" Essl-Collection, Schloss Möderndorf, 9.6.2011 Austria

Work sent on February 5th 2010. Last update on February 5th 2010.